• Gefängnismuseum Pawiak
In Warschau erinnert seit 1965 das Gefängnismuseum Pawiak an die etwa 100.000 Menschen, die dort im gleichnamigen Gefängnis während der deutschen Besatzung von 1939 bis 1944 inhaftiert waren.
Bild:Warschau, 1906, Das Hauptgebäude des Gefängnisses, Muzeum Więzienia Pawiak - oddział Muzeum Niepodległości
Warschau, 1906, Das Hauptgebäude des Gefängnisses, Muzeum Więzienia Pawiak - oddział Muzeum Niepodległości

Bild:Warschau, 2002, Dieser mittlerweile agbestorbene und durch eine bronzene Kopie ersetzte Baum erinnerte an die Opfer, Boris Kester
Warschau, 2002, Dieser mittlerweile agbestorbene und durch eine bronzene Kopie ersetzte Baum erinnerte an die Opfer, Boris Kester
Das Warschauer Gefängnis Pawiak wurde 1830 bis 1835 gebaut, als sich dieser Teil Polens unter Kontrolle des russischen Zarenreichs befand. Als nach dem Ersten Weltkrieg Polen unabhängig wurde, war Pawiak – so benannt nach der Straße, an der es sich befand – Untersuchungsgefängnis. Nach dem Angriff der Wehrmacht auf Polen und dem Einmarsch deutscher Truppen in Warschau im Herbst 1939 wurde es zum Hauptgefängnis der Gestapo. Das Pawiak-Gefängnis war dem Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD unterstellt, die Wachmannschaften bildeten SS-Leute und ukrainische Hilfspolizisten. Obwohl das Gefängnis mitten im 1940 eingerichteten Warschauer Ghetto lag, waren die meisten Inhaftierten nichtjüdische Polen aus Warschau und dem gesamten Generalgouvernement, darunter viele Angehörige des Widerstands und der polnischen Intelligenz. Neben dem Männergefängnis gab es in Pawiak auch eine Frauenabteilung, die »Serbia« genannt wurde.
Das Gefängnis Pawiak war für die brutale Behandlung der Häftlinge berüchtigt. Viele der bis zu 100.000 Häftlinge, die sich zwischen 1939 und 1944 das Gefängnis durchliefen, wurden nach ihrer Verhaftung erschossen oder zu Tode gefoltert. Etwa 60.000 Häftlinge wurden in andere Gefängnisse und Konzentrationslager transportiert. Während des Warschauer Aufstands (August bis Oktober 1944), löste die SS das Gefängnis auf: Am 21. August 1944 ermordeten SS-Leute die letzten Häftlinge und sprengten das Gebäude in die Luft.
Bild:Warschau, 1906, Das Hauptgebäude des Gefängnisses, Muzeum Więzienia Pawiak - oddział Muzeum Niepodległości
Warschau, 1906, Das Hauptgebäude des Gefängnisses, Muzeum Więzienia Pawiak - oddział Muzeum Niepodległości

Bild:Warschau, 2002, Dieser mittlerweile agbestorbene und durch eine bronzene Kopie ersetzte Baum erinnerte an die Opfer, Boris Kester
Warschau, 2002, Dieser mittlerweile agbestorbene und durch eine bronzene Kopie ersetzte Baum erinnerte an die Opfer, Boris Kester
Das Gestapo-Gefängnis Pawiak in Warschau durchliefen während der deutschen Besatzung bis zu 100.000 Menschen. Viele dieser polnischen politischen Häftlinge wurden in andere Gefängnisse und Konzentrationslager deportiert. Mindestens 32.000 Menschen wurden während ihrer Haft in Pawiak ermordet. Nur wenige Tausend überlebten ihre gesamte Haft.
Bild:Warschau, 2002, Gedenktafeln für Gefangene, die im Pawiak umkamen, inhaftiert waren oder von hier deportiert wurden, Boris Kester
Warschau, 2002, Gedenktafeln für Gefangene, die im Pawiak umkamen, inhaftiert waren oder von hier deportiert wurden, Boris Kester

Bild:Warschau, 2013, Der Eingang zum Gefängnismuseum Pawiak, Stiftung Denkmal
Warschau, 2013, Der Eingang zum Gefängnismuseum Pawiak, Stiftung Denkmal
Auf den Ruinen des gesprengten Gefängnisses wurde 1965 ein flaches Gebäude errichtet, in dem sich seitdem das Gefängnismuseum befindet. Auf dem Gelände des ehemaligen Gefängnisses stehen noch einige Überreste des Gebäudes sowie mehrere Gedenksteine. Ebenfalls dort erinnert ein Baum an die Opfer: Nach dem Krieg hatten Angehörige von Opfern an einer Ulme Gedenktafeln angebracht. Als dieser Baum abstarb, wurde 2005 eine Bronzenachbildung aufgestellt.
Als zentraler Ort der Verfolgung von politischen Gefangenen hat das ehemalige Gefängnis Pawiak enorme symbolische Bedeutung für Polen. So hat auch der polnische Papst Johannes Paul II während einer Pilgerfahrt 1983 die Gedenkstätte besucht. Seit 1990 ist das Museum als Abteilung dem Warschauer Unabhängigkeitsmuseum untergeordnet.
Auf der gegenüberliegenden Seite der Aleja Jana Pawła II befindet sich ein Gedenkstein für die Opfer des Frauengefängnisses »Serbia«.
Bild:Warschau, 2002, Der Eingang zum Gefängnismuseum Pawiak, Boris Kester
Warschau, 2002, Der Eingang zum Gefängnismuseum Pawiak, Boris Kester

Bild:Warschau, 2002, Überreste des Gefängnisgebäudes Pawiak, Boris Kester
Warschau, 2002, Überreste des Gefängnisgebäudes Pawiak, Boris Kester
Bild:Warschau, 2013, Eingangsbereich des Museums, Stiftung Denkmal
Warschau, 2013, Eingangsbereich des Museums, Stiftung Denkmal
Bild:Warschau, 2013, Widmung am Eingang: »Den politischen Häftlingen, den Kämpfern um die nationale und gesellschaftliche Befreiung – Das Volk Warschaus, 1965«, Stiftung Denkmal
Warschau, 2013, Widmung am Eingang: »Den politischen Häftlingen, den Kämpfern um die nationale und gesellschaftliche Befreiung – Das Volk Warschaus, 1965«, Stiftung Denkmal
Bild:Warschau, 2013, Bronzebaum und Eingangsbereich, Stiftung Denkmal
Warschau, 2013, Bronzebaum und Eingangsbereich, Stiftung Denkmal
Bild:Warschau, 2013, Gedenktafeln, Stiftung Denkmal
Warschau, 2013, Gedenktafeln, Stiftung Denkmal
Bild:Warschau, 2013, Auf dem Gelände des Museums, Stiftung Denkmal
Warschau, 2013, Auf dem Gelände des Museums, Stiftung Denkmal
Bild:Warschau, 2013, Gedenkstein für die Opfer des Frauengefängnisses »Serbia« gegenüber des Museums Pawiak, Stiftung Denkmal
Warschau, 2013, Gedenkstein für die Opfer des Frauengefängnisses »Serbia« gegenüber des Museums Pawiak, Stiftung Denkmal
Name
Muzeum Więzienia Pawiak
Adresse
ul. Dzielna 24/26
01-029 Warszawa
Telefon
+48 (0) 22 831 131 7
Fax
+48 (0) 22 831 928 9
Web
http://www.muzeumniepodleglosci.art.pl
E-Mail
pawiak@muzeumniepodleglosci.art.pl
Öffnungszeiten
Mittwoch 9.00 bis 17.00, Donnerstag und Samstag 9.00 bis 16.00 Freitag 10.00 bis 17.00, Sonntag 10.00 bis 16.00, montags und dienstags geschlossen