• Gedenkstätte Rumbula
Im Wald von Rumbula, acht Kilometer von Riga entfernt, erschossen SS-Angehörige mit Hilfe lettischer Kollaborateure Ende 1941 annähernd 25.500 Juden. Die meisten von ihnen stammten aus dem Ghetto Riga.
An der Erschießungsstelle erinnert ein Denkmal an die Ermordeten.
Bild:Riga, 1941, Szene im Rigaer Ghetto nach der Vernichtungsaktion vom 8. Dezember, Muzejs »Ebreji Latvijā«
Riga, 1941, Szene im Rigaer Ghetto nach der Vernichtungsaktion vom 8. Dezember, Muzejs »Ebreji Latvijā«

Bild:Rumbula, 2009, Gedenkanlage an der Erschießungsstelle, Ronnie Golz
Rumbula, 2009, Gedenkanlage an der Erschießungsstelle, Ronnie Golz
Ab November 1941 deportierte die SS tausende Juden aus dem Deutschen Reich ins sogenannte Reichskommissariat Ostland. Da das Rigaer Ghetto zu diesem Zeitpunkt bereits vollkommen überfüllt war, sollte für die Neuankommenden Platz geschaffen werden. Zuvor hatte Heinrich Himmler den Höheren SS- und Polizeiführer Ostland Friedrich Jeckeln bereits mit der Liquidierung des Rigaer Ghettos bis zum 30. November 1941 beauftragt.
Als Ort für die geplanten Massenerschießungen der Rigaer Ghettobewohner entschied sich Jeckeln für ein ungefähr 150 Meter breites Feld in einem Waldstück unweit der Bahnstation Rumbula. Sowjetische Kriegsgefangene aus dem Stalag (Stammlager) 350 bei Salaspils mussten an diesem Ort mehrere Gruben ausheben.
Ende November 1941 begann die SS mit den Erschießungen. Für die Bewachung der Juden beim Marsch von Riga nach Rumbula setzte Jeckeln hauptsächlich lettische Kollaborateure ein. Bei zwei großen »Aktionen« Ende November und Anfang Dezember 1941 ermordeten ausgewählte SS-Angehörige beinahe alle Juden des Ghettos. Nur wenige lettische Juden, die zu Zwangsarbeit genötigt wurden, blieben zunächst am Leben.
Bei der ersten »Aktion« ließ Jeckeln zudem um die 1.000 Juden aus Berlin erschießen, obwohl diese nach Anweisung Himmlers ursprünglich ins Ghetto gebracht werden sollten.

Bild:Riga, 1941, Szene im Rigaer Ghetto nach der Vernichtungsaktion vom 8. Dezember, Muzejs »Ebreji Latvijā«
Riga, 1941, Szene im Rigaer Ghetto nach der Vernichtungsaktion vom 8. Dezember, Muzejs »Ebreji Latvijā«

Bild:Rumbula, 2009, Gedenkanlage an der Erschießungsstelle, Ronnie Golz
Rumbula, 2009, Gedenkanlage an der Erschießungsstelle, Ronnie Golz
Im Wald von Rumbula starben ungefähr 25.500 lettische Juden aus dem Rigaer Ghetto und 1.000 deportierte Juden aus Berlin.
Bild:Riga, Ende 1941, Deportation von lettischen Juden in den Wald von Rumbula, Muzejs »Ebreji Latvijā«.
Riga, Ende 1941, Deportation von lettischen Juden in den Wald von Rumbula, Muzejs »Ebreji Latvijā«.

Bild:Rumbula, 1962, Von jüdischen Dissidenten heimlich aufgestellter Davidstern als Erinnerungszeichen, Muzejs »Ebreji Latvijā«
Rumbula, 1962, Von jüdischen Dissidenten heimlich aufgestellter Davidstern als Erinnerungszeichen, Muzejs »Ebreji Latvijā«
1962 stellten jüdische Dissidenten an der Erschießungsstelle Rumbula ohne Genehmigung der sowjetischen Behörden einen Davidstern zur Erinnerung an die ermordeten Juden auf. Daraufhin beseitigten die sowjetischen Behörden das Denkmal. Nach zunehmendem öffentlichem Druck stellten sie ein Ehrenmal auf, das in Russisch, Lettisch und Jiddisch den »Opfern des Faschismus, 1941 bis 1944« gewidmet war. Erst im Jahr 1990 stellte die Gruppe »Memorial« einen Gedenkstein auf, der eindeutig Juden als Opfer benennt.
Nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit Lettlands 1991 und nach langen Debatten um die Inschrift wurde auf Initiative der lettischen Regierung am 29. November 2002 ein offizielles Denkmal am Ort der Massenerschießungen eingeweiht. Im Zentrum des Denkmals steht eine stilisierte Menora. Um sie herum sind Steine aus Granit angebracht, die die Namen der Ermordeten als Inschrift tragen. Die Massengräber auf dem Gelände sind durch Steine markiert.
Bild:Rumbula, 2009, Granitsteine mit Namen von Ermordeten, Ronnie Golz
Rumbula, 2009, Granitsteine mit Namen von Ermordeten, Ronnie Golz

Bild:Rumbula, 2009, Gedenkstein aus sowjetischer Zeit, Ronnie Golz
Rumbula, 2009, Gedenkstein aus sowjetischer Zeit, Ronnie Golz
Name
Memoriāls Rumbulā
Adresse
Maskavas iela 471
1050 Rīga
Telefon
+371 (0)672 856 01
Fax
+371 (0)672 856 01
Web
http://www.jews.lv
E-Mail
jews.lv@gmail.com
Öffnungszeiten
Das Denkmal ist jederzeit zugänglich.