• Gedenkstätte Seelower Höhen
Die Schlacht um die Seelower Höhen im Frühjahr 1945 gilt als die größte Schlacht des Zweiten Weltkrieges auf deutschem Boden. Sie kostete zehntausenden sowjetischen, polnischen und deutschen Soldaten das Leben. Ein kurz nach dem Krieg errichtetes monumentales Denkmal und eine Gedenkstätte erinnern heute am historischen Ort an den Kampf und die vielen Opfer.
Bild:Berlin, 1945, Sowjetische Artillerie vor Berlin, Bundesarchiv, Bild 183-E0406-0022-012, k.A.
Berlin, 1945, Sowjetische Artillerie vor Berlin, Bundesarchiv, Bild 183-E0406-0022-012, k.A.

Bild:Seelow, 2009, Die 1945 aufgestellte Bronzeskulptur von Lew Kerbel, Stiftung Denkmal
Seelow, 2009, Die 1945 aufgestellte Bronzeskulptur von Lew Kerbel, Stiftung Denkmal
Anfang 1945 lieferten sich Sowjets und Amerikaner einen Wettkampf um die Eroberung Berlins. Mit der Einnahme der Festung Küstrin und der Stabilisierung von Brückenköpfen an der Oder Ende März befand sich die Rote Armee im strategischen Vorteil. Die Hauptstoßlinie der 1. Weißrussischen Front unter dem Kommando von Marschall Georgi Schukow sollte entlang der Reichsstraße 1 in die Reichshauptstadt führen. Das größte natürliche Hindernis auf diesem Weg waren die Seelower Höhen am Westrand des Oderbruchs etwa 70 km östlich von Berlin. Hier richtete die aus zusammengewürfelten Einheiten bestehende 9. Armee der Wehrmacht ihre Verteidigungsstellungen ein. 900.000 Angreifer sahen sich 200.000 Verteidigern gegenüber.
Der Angriff der sowjetischen Verbände, unterstützt von der 1. Polnischen Armee, begann in den Morgenstunden des 16. April mit einem der stärksten Trommelfeuer des Zweiten Weltkrieges. Beim Sturmangriff der Infanterie sollten 120 Flak-Scheinwerfer die Deutschen blenden, stattdessen erwies sich das Licht als Nachteil für die Rotarmisten, die hohe Verluste erlitten. Die von Schukow eilig herbeigerufenen Panzereinheiten riefen weiteres Chaos hervor. Statt des erwarteten schnellen Durchbruchs dauerte es vier Tage, bis die deutschen Stellungen aufgerieben werden konnten und der Weg in Richtung Berlin freigekämpft wurde.
Bild:Berlin, 1945, Sowjetische Artillerie vor Berlin, Bundesarchiv, Bild 183-E0406-0022-012, k.A.
Berlin, 1945, Sowjetische Artillerie vor Berlin, Bundesarchiv, Bild 183-E0406-0022-012, k.A.

Bild:Seelow, 2009, Die 1945 aufgestellte Bronzeskulptur von Lew Kerbel, Stiftung Denkmal
Seelow, 2009, Die 1945 aufgestellte Bronzeskulptur von Lew Kerbel, Stiftung Denkmal
Bei den Kämpfen um die Brückenköpfe und bei der »Schlacht um die Seelower Höhen« starben mehr als 100.000 Soldaten. Allein beim Kampf um die Seelower Höhen vom 16. bis zum 20. April 1945 fielen 35.000 Soldaten auf der sowjetischen, sowie 12.000 auf der deutschen Seite. Noch nach dem Krieg starben hunderte Zivilisten in der Gegend aufgrund der Folgen der Schlacht: an Unterernährung, Krankheiten oder Blindgängern.
Bild:Seelow, 2009, Soldatengräber am Fuß des Denkmals, Stiftung Denkmal
Seelow, 2009, Soldatengräber am Fuß des Denkmals, Stiftung Denkmal

Bild:Seelow, 2009, Mehrfachraketenwerfer »Katjuscha« auf dem Gedenkstättengelände, Stiftung Denkmal
Seelow, 2009, Mehrfachraketenwerfer »Katjuscha« auf dem Gedenkstättengelände, Stiftung Denkmal
Bereits wenige Tage nach der Eroberung Berlins erteilte Marschall Schukow dem Bildhauer Lew Kerbel den Auftrag, entlang der Route des Vorstoßes der Sowjetarmee Ehrenmale bei den Gräbern der Gefallenen zu errichten. Die daraufhin geschaffene Bronzeskulptur erhebt sich über die Gräber von 200 Rotarmisten. Sie zeigt einen jungen Sowjetsoldaten, der über die Gräber der gefallenen Kameraden hinweg in nachdenklicher Pose in Richtung Heimat schaut.
1972 wurde die »Gedenkstätte der Befreiung auf den Seelower Höhen« eingeweiht. In der DDR-Zeit wurde die Schlacht in der Ausstellung ausschließlich aus sowjetischer Perspektive dargestellt. Nach dem Ende der DDR wurde das Konzept überarbeitet. Im Ergebnis wurde 1995 eine neue Ausstellung eröffnet, die auch die Opfer unter den deutschen und polnischen Soldaten sowie die zahlreichen zivilen Opfer benennt.
Auf dem Gelände ist nach wie vor sowjetisches Kriegsgerät ausgestellt: neben Panzern, Raketenwerfern und Geschützen auch einer der Flak-Scheinwerfer, die beim Sturmangriff eingesetzt wurden.
Träger der Gedenkstätte ist die Kultur GmbH Märkisch-Oderland.
Bild:Seelow, o.D., Ausstellung in der Gedenkstätte, Gedenkstätte Seelower Höhen
Seelow, o.D., Ausstellung in der Gedenkstätte, Gedenkstätte Seelower Höhen

Bild:Seelow, 2009, Detailansicht des Denkmals, Stiftung Denkmal
Seelow, 2009, Detailansicht des Denkmals, Stiftung Denkmal
Name
Gedenkstätte Seelower Höhen
Adresse
Küstriner Straße 28 a
15306 Seelow
Telefon
+49 (0)3346 597
Fax
+49 (0)3346 598
Web
http://www.gedenkstaette-seelower-hoehen.de
E-Mail
gedenkstaette@kulturmol.de
Öffnungszeiten
November bis März dienstags bis sonntags 10.00 bis 16.00, April bis Oktober 10.00 bis 17.00
Angebot
Führungen und Projekttage für Schülergruppen, Weiterbildung, Vorträge, Dokumentarfilm und Dia-Ton-Vortrag, Museumsshop