• Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal
Auf dem Grundstück der 1865 erbauten ehemaligen Synagoge von Elberfeld (heute ein Stadtteil von Wuppertal), besteht seit 1994 die »Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal«, die die Geschichte der Wuppertaler Juden dokumentiert. Nationalsozialisten legten am 10. November 1938 Feuer in der Synagoge, das Gebäude brannte bis auf die Grundmauern nieder.
Bild:Wuppertal, um 1928, Die Elberfelder Synagoge in der Genügsamkeitstraße, Jüdische Kultusgemeinde Wuppertal
Wuppertal, um 1928, Die Elberfelder Synagoge in der Genügsamkeitstraße, Jüdische Kultusgemeinde Wuppertal

Bild:Wuppertal, 2010, Die Gebäude der Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal, Stiftung Denkmal, Sarah von Urff
Wuppertal, 2010, Die Gebäude der Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal, Stiftung Denkmal, Sarah von Urff
Eine erste jüdische Gemeinde in Elberfeld entstand zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Zwar hatten einzelne Juden auch schon im 16. und 17. Jahrhundert im Ort gelebt, doch erst infolge der Preußischen Reformen von 1812, die Juden Handels- und Gewerbefreiheit zusicherte, konnte die Gemeinde wachsen. 1846 lebten bereits 92 Juden in Elberfeld. Die Gemeinde wuchs stetig an, schon 1871 hatte sie etwa 600 Mitglieder. 1863 erwarb die Jüdische Gemeinde das Grundstück in der Genügsamkeitstraße, auf dem sie 1865 ihre neue Synagoge einweihte. Die Zahl der Gemeindemitglieder stieg weiter: 1895 waren es etwa 1.200, 1925 verdoppelte sie sich auf etwa 2.300 Mitglieder. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten nahmen antisemitische Übergriffe auf Juden in Wuppertal, zu dem Elberfeld seit seiner Eingemeindung 1929 gehörte, zu. In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 überfielen Nationalsozialisten und ihre Sympathisanten Wuppertaler Juden, zerstörten ihre Geschäfte und steckten die Synagoge in der Genügsamkeitstraße in Brand. Sie brannte bis auf die Grundmauern ab. Mindestens 125 Wuppertaler Juden wurden nach Dachau verschleppt, nach einigen Wochen wurden sie wieder entlassen. Viele Juden wanderten in der Folge aus: Am 17. Mai 1939 lebten nur noch etwa 1.000 Juden in Wuppertal. Von 1941 bis 1944 deportierte die SS mehrere Hundert Wuppertaler Juden in Ghettos und Lager in deutsch besetzte Gebiete in Osteuropa.
Bild:Wuppertal, um 1928, Die Elberfelder Synagoge in der Genügsamkeitstraße, Jüdische Kultusgemeinde Wuppertal
Wuppertal, um 1928, Die Elberfelder Synagoge in der Genügsamkeitstraße, Jüdische Kultusgemeinde Wuppertal

Bild:Wuppertal, 2010, Die Gebäude der Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal, Stiftung Denkmal, Sarah von Urff
Wuppertal, 2010, Die Gebäude der Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal, Stiftung Denkmal, Sarah von Urff
Mindestens tausend Wuppertaler Juden wurden während des Holocausts deportiert. Wie viele von ihnen überlebten ist unklar.
Bild:Wuppertal, 2010, Die Gedenktafel von 1962, Stiftung Denkmal, Sarah von Urff
Wuppertal, 2010, Die Gedenktafel von 1962, Stiftung Denkmal, Sarah von Urff

Bild:Wuppertal, 2010, Begegnungsstätte Alte Synagoge, Stiftung Denkmal, Sarah von Urff
Wuppertal, 2010, Begegnungsstätte Alte Synagoge, Stiftung Denkmal, Sarah von Urff
Nach dem Krieg wurde das Grundstück, auf dem früher die Synagoge stand, lange Zeit als Parkplatz genutzt. 1962 wurde eine Bronzetafel mit dem Text angebracht: »Hier stand die Synagoge der jüdischen Gemeinde. Sie wurde am 9. November 1938 ein Opfer des Rassenwahns. Die Stadt Wuppertal 9. November 1962«. 1988 beschloss der Rat der Stadt auf dem Grundstück eine Gedenkstätte zu errichten, die 1994 als »Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal« eingeweiht wurde. Der Komplex besteht aus mehreren Teilen: Ein Teil ist wie die Fassade eines Mietshauses gestaltet und gleicht die natürliche Steigung der Straße aus. Auf der Grundfläche, die der untere Teil bildet, befinden sich die Gebäude der Begegnungsstätte. Auf dem Hof zeichnen Granitplatten den Grundriss der ehemaligen Synagoge nach, Teile der Grundmauern sind sogar noch zu erkennen. Daran schließt sich ein Obstgarten mit Apfelbäumen, die schräg an den Hang gepflanzt wurden. Eine Ausstellung dokumentiert die Geschichte der Wuppertaler Juden, zudem versteht sich die Einrichtung als Begegnungsstätte.
Bild:Wuppertal, 2010, Der als Mietshausfassade gestaltete untere Teil der Gedenkstätte, Stiftung Denkmal, Sarah von Urff
Wuppertal, 2010, Der als Mietshausfassade gestaltete untere Teil der Gedenkstätte, Stiftung Denkmal, Sarah von Urff

Bild:Wuppertal, 2010, Grundriss der ehemaligen Synagoge aus Granitplatten, im Hintergrund die Grundmauern, Stiftung Denkmal, Sarah von Urff
Wuppertal, 2010, Grundriss der ehemaligen Synagoge aus Granitplatten, im Hintergrund die Grundmauern, Stiftung Denkmal, Sarah von Urff
Name
Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal
Adresse
Genügsamkeitstraße
42105 Wuppertal
Telefon
+49 (0)202 563 284 3
Fax
+49 (0)202 563 284 3
Web
http://www.ns-gedenkstaetten.de/nrw/wuppertal
E-Mail
bas-wuppertal@gmx.de
Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag, sowie Sonntag: 14.00 bis 17.00. An Feiertagen geschlossen.
Angebot
Ausstellung, Veranstaltungen, Bibliothek