• Erinnerung an das Lager Crveni Krst in Niš
In der südserbischen Stadt Niš ruft ein Museum am historischen Ort das Konzentrationslager Crveni Krst in Erinnerung, das zwischen 1941 und 1944 bestand. Auf der ehemaligen Hinrichtungsstätte des Lagers, dem nahegelegenen Hügel Bubanj, befindet sich seit 1963 ein Gedenkpark. Er wird von einem monumentalen Denkmal beherrscht.
Bild:Niš, 2010, Hinweisschild vor dem Eingang des ehemaligen Lagers, www.goingslowly.com, Tara Alan & Tyler Kellen
Niš, 2010, Hinweisschild vor dem Eingang des ehemaligen Lagers, www.goingslowly.com, Tara Alan & Tyler Kellen

Bild:Niš, 2009, Wachposten und »Wachstube« auf dem ehemaligen Lagergelände, Dragan Bosnić
Niš, 2009, Wachposten und »Wachstube« auf dem ehemaligen Lagergelände, Dragan Bosnić
Niš ist die drittgrößte Stadt Serbiens und liegt im Süden des Landes, in der Nähe der bulgarischen und rumänischen Grenze. Die Stadt hatte 1931 etwas mehr als 35.000 Einwohner, davon waren einige Hundert Juden. Die Zahl der Juden stieg bis 1941 auf etwa 970 an, unter den Neuankömmlingen waren viele Flüchtlinge aus Deutschland, Österreich und Polen. Deutsche Truppen besetzten Serbien im April 1941. Noch im Herbst richteten die deutschen Besatzer ein Lager im Stadtteil Crveni Krst (deutsch: Rotes Kreuz) auf dem Gelände eines 1930 erbauten Militärdepots ein. Im Lager von Niš wurden Kriegsgefangene, Juden, Roma, Geiseln und Partisanen inhaftiert sowie Bürger, die im Verdacht standen, mit Partisanen zusammenzuarbeiten. Bei einem Ausbruch am 12. Februar 1942 konnten etwa 174 Häftlinge fliehen, 105 von ihnen überlebten die Flucht. Die geflohenen Häftlinge gehörten kommunistischen Partisanengruppen an. Als Reaktion auf den Ausbruch begannen SS- und Polizeieinheiten im Februar 1942 mit Erschießungen von Gefangenen auf dem nahe gelegenen Hügel Bubanj. Allein im Februar wurden etwa 850 Häftlinge erschossen, unter ihnen alle jüdischen Männer des Lagers und viele Roma. Viele der in Crveni Krst gefangenen wurden später in andere Lager überstellt, wie Mauthausen, Ravensbrück und Auschwitz. Die jüdischen Frauen und Kinder wurden im Frühjahr 1942 in das Lager Sajmište (auch: Judenlager Semlin) bei Belgrad verschleppt und dort in Gaswagen ermordet.
Bild:Niš, 2010, Hinweisschild vor dem Eingang des ehemaligen Lagers, www.goingslowly.com, Tara Alan & Tyler Kellen
Niš, 2010, Hinweisschild vor dem Eingang des ehemaligen Lagers, www.goingslowly.com, Tara Alan & Tyler Kellen

Bild:Niš, 2009, Wachposten und »Wachstube« auf dem ehemaligen Lagergelände, Dragan Bosnić
Niš, 2009, Wachposten und »Wachstube« auf dem ehemaligen Lagergelände, Dragan Bosnić
Die genaue Zahl der Menschen, die im Lager Crveni Krst in Niš inhaftiert waren ist nicht bekannt. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 30.000 Häftlinge von 1941 bis 1944 das Lager durchlaufen haben. Etwa 237 der in Crveni Krst inhaftierten Roma kamen ums Leben.
Auf dem Hügel Bubanj wurden vermutlich bis zu 2.000 Häftlinge erschossen, manche Berichte sprechen sogar von 10.000 oder 12.000 Todesopfern. Unter den Opfern waren zahlreiche Juden.
Bild:Niš, 2009, Die Betonskulpturen auf dem Hügel Bubanj, Dragan Bosnić
Niš, 2009, Die Betonskulpturen auf dem Hügel Bubanj, Dragan Bosnić

Bild:Niš, 2010, Stacheldrahtverhau auf dem ehemaligen Lagergelände, Saša Stančić
Niš, 2010, Stacheldrahtverhau auf dem ehemaligen Lagergelände, Saša Stančić
Nach der Befreiung des Lagers blieben Gelände und Gebäude unverändert. Am 12. Februar 1967, dem 25. Jahrestag des Häftlingsausbruchs, wurde das ehemalige Lager als Museum eröffnet.
An der Erschießungsstätte, auf dem Hügel Bubanj wenige Kilometer vom Lagergelände entfernt, wurden 1963 drei Plastiken des Künstlers Ivan Sabolić errichtet. Die hohen Betonsäulen stellen geballte Fäuste dar und symbolisieren damit den Widerstand der Partisanen.
Bild:Niš, 2009, Überblick über das ehemalige Lagergelände Crveni Krst, Dragan Bosnić
Niš, 2009, Überblick über das ehemalige Lagergelände Crveni Krst, Dragan Bosnić

Bild:Niš, 2010, Das Eingangstor zum ehemaligen Konzentrationslager Crveni Krst, www.goingslowly.com, Tara Alan & Tyler Kellen
Niš, 2010, Das Eingangstor zum ehemaligen Konzentrationslager Crveni Krst, www.goingslowly.com, Tara Alan & Tyler Kellen
Name
Muzej Logor Crveni Krst
Adresse
Bulevar 12. februar
18000 Niš
Telefon
+0381(0)18 588889
Web
http://www.nistourism.org
E-Mail
ton2@open.telekom.rs
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag: 9.00 bis 16.00 Uhr
Montags geschlossen
Angebot
Führungen