• Museum des Widerstands im Fort Huy
Im ehemaligen Gestapogefängnis im Fort Huy ist heute ein Museum eingerichtet.
Bild:Huy, vor 1945, Außenansicht der Festung, CEGES-SOMA
Huy, vor 1945, Außenansicht der Festung, CEGES-SOMA

Bild:Huy, 2004, Innenhof der Festung heute, Fédération du Tourisme de la Province de Liège
Huy, 2004, Innenhof der Festung heute, Fédération du Tourisme de la Province de Liège
Seit dem Mittelalter bewachte das Fort der Stadt Huy den Zugang zum Tal der Maas, das wegen seiner strategischen Lage oft Schauplatz von schweren Kämpfen wurde. Die ursprüngliche Anlage wurde 1717 zerstört. Die heutige Festung ist zur Zeit der niederländischen Herrschaft (1815-1830) entstanden. Während des Ersten Weltkrieges nutzten die Deutschen die Festung als Haftstätte, zunächst für straffällige deutsche Soldaten, später für russische Kriegsgefangene. In der Zwischenkriegszeit von der belgischen Armee betrieben, wurde das Fort nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht im Mai 1940 als Gestapogefängnis und als Sammellager genutzt. Etwa 7.000 belgische und ausländische Gefangene wurden hier gefangen gehalten, allen voran Widerstandskämpfer und Regimegegner. Die Festung Huy war einer der zentralen Ausgangspunkte für Transporte aus Belgien in die nationalsozialistischen Konzentrationslager auf Reichsgebiet. Entsprechend einem Geheimbefehl von Wilhelm Keitel, Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, wurden Gegner des Besatzungsregimes verschleppt, ohne dass ihre Angehörigen benachrichtigt wurden. Diese Maßnahme, die später »Nacht-und-Nebel-Aktion« genannt wurde, sollte die Bevölkerung vom Widerstand abhalten. Außer Regimegegnern wurden in der Festung Juden, Zwangsarbeiter und Schwarzhändler festgehalten sowie Bauern, die die Zahlung von Abgaben verweigerten.
Bild:Huy, vor 1945, Außenansicht der Festung, CEGES-SOMA
Huy, vor 1945, Außenansicht der Festung, CEGES-SOMA

Bild:Huy, 2004, Innenhof der Festung heute, Fédération du Tourisme de la Province de Liège
Huy, 2004, Innenhof der Festung heute, Fédération du Tourisme de la Province de Liège
Zwischen 1940 und 1944 waren insgesamt etwa 7.000 Belgier und Ausländer in Huy in Haft. Nach den Belgiern bildeten Franzosen mit einer Anzahl von etwa 1.250 die größte Gruppe unter den Gefangenen.
Bild:Huy, vor 1945, Innenhof der Festung, CEGES-SOMA
Huy, vor 1945, Innenhof der Festung, CEGES-SOMA

Bild:Huy, 2004, Besuch einer Gruppe von Kindern im Fort Huy, Fédération du Tourisme de la Province de Liège
Huy, 2004, Besuch einer Gruppe von Kindern im Fort Huy, Fédération du Tourisme de la Province de Liège
Nach dem Ende des Krieges nutze der belgische Staat die Festung bis 1946 als Gefängnis für Kollaborateure und sogenannte »Inciviques« (Deutsch etwa: illoyale Bürger, Profiteure). Sie steht seit 1972 unter Denkmalschutz. 1992 wurde hier ein Museum eröffnet, das die Geschichte des Widerstands und Einzelschicksale von hier festgehaltenen Häftlingen zum Thema hat.
Bild:Huy, 2004, Blick in die Ausstellung, Fédération du Tourisme de la Province de Liège
Huy, 2004, Blick in die Ausstellung, Fédération du Tourisme de la Province de Liège

Bild:Huy, 2004, Besuch einer Gruppe von Kindern im Fort Huy, Fédération du Tourisme de la Province de Liège
Huy, 2004, Besuch einer Gruppe von Kindern im Fort Huy, Fédération du Tourisme de la Province de Liège
Name
Mémorial national de la Résistance - Le Fort de Huy
Adresse
Chaussée Napoléon
4500 Huy
Telefon
+32 (0)85 215 334
Web
http://www.fortdehuy.be/
E-Mail
info@fortdehuy.be
Öffnungszeiten
Das Museum ist vom 4. April bis zum 30. September geöffnet. Vom Montag bis Freitag, von 9.00 bis 12.30 und von 13.00 bis 16.30 und am Wochenende und an Feiertagen von 11.00 bis 18.00. Im Juli und August täglich von 11.00 bis 19.00.
Angebot
Auf Anfrage sind Führungen möglich:
M. Prignon
Route Militaire 1
4540 Amay
Tel.: +32 (0)85 313 841