• Gedenktafel für die Opfer des Arbeits- und Konzentrationslagers Sered
Am Ort des ehemaligen Zwangsarbeits- und Durchgangslagers Sered erinnert ein Denkmal an das Schicksal der jüdischen Häftlinge.
Bild:Sered, zwischen 1941 und 1945, Ansicht des Lagers, Yad Vashem
Sered, zwischen 1941 und 1945, Ansicht des Lagers, Yad Vashem

Bild:Sered, 2004, Gedenktafel für die Opfer des Zwangsarbeits- und Konzentrationslagers, Stiftung Denkmal
Sered, 2004, Gedenktafel für die Opfer des Zwangsarbeits- und Konzentrationslagers, Stiftung Denkmal
In der Kleinstadt Sered (slowakisch: Sered’) 60 km östlich von Pressburg befand sich zwischen 1941 und 1945 eines der drei großen Zwangsarbeitslager für Juden in der mit dem Deutschen Reich verbündeten Slowakei. Es wurde Ende 1941 auf dem Gelände einer Armeekaserne eingerichtet, nachdem die slowakische Regierung ein Zwangsarbeitssystem für Juden einführte. Bewacht wurde das Lager von Angehörigen der Hlinka-Garde. Mit dem Beginn der Massendeportationen im Frühjahr 1942 benutzten die slowakischen Behörden das Lager vorwiegend als Durchgangslager, mit insgesamt fünf Transporten wurden etwa 4.500 Juden von Sered aus ins besetzte Polen verschleppt.
Mit dem vorläufigen Ende der Deportationen 1942 konsolidierte sich das Alltagsleben im Arbeitslager. Gegen Ende des Jahres 1943 betrug die Zahl der Häftlinge etwa 1.300. Sie stellten Güter sowohl für staatliche Stellen als auch für den zivilen Markt her. Freizeitaktivitäten und kulturelle Veranstaltungen waren möglich, gleichzeitig formierte sich eine Widerstandsbewegung. Als der Slowakische Nationalaufstand im August 1944 begann, gelang es vielen Häftlingen auszubrechen und sich den Aufständischen in de Mittelslowakei anzuschließen.
Nach der Niederschlagung des Aufstands und der Besetzung der Westslowakei durch deutsche Truppen benutzte die SS Sered wieder als Durchgangslager. Vor allem Juden, die das SS-Einsatzkommando 14 in Pressburg und Umgebung verhaftete, wurden hierher gebracht. Bis März 1945 wurden 13.500 Juden aus Sered deportiert, hauptsächlich nach Auschwitz und nach Theresienstadt. Am 1. April befreite die sowjetische Armee das Lager.
Bild:Sered, zwischen 1941 und 1945, Ansicht des Lagers, Yad Vashem
Sered, zwischen 1941 und 1945, Ansicht des Lagers, Yad Vashem

Bild:Sered, 2004, Gedenktafel für die Opfer des Zwangsarbeits- und Konzentrationslagers, Stiftung Denkmal
Sered, 2004, Gedenktafel für die Opfer des Zwangsarbeits- und Konzentrationslagers, Stiftung Denkmal
Aus Sered wurden 1942 4.500 und zwischen 1944 und 1945 weitere 13.500 Juden deportiert. Nur wenige überlebten.
Bild:Sered, 1942, Häftling in der Tischlerei des KZ, Múzeum SNP
Sered, 1942, Häftling in der Tischlerei des KZ, Múzeum SNP

Bild:Sered, zwischen 1941 und 1945, Ansicht des Lagers, Yad Vashem
Sered, zwischen 1941 und 1945, Ansicht des Lagers, Yad Vashem
Heute befindet sich auf dem Gelände des Lagers eine Kaserne der slowakischen Armee. Vor dem Eingang zur Kaserne steht seit 1998 ein Denkmal, das an das Lager und das Schicksal seiner Insassen erinnert. Es bestehen Pläne, fünf noch bestehende Baracken des ehemaligen Lagers dem Pressburger Museum für Jüdische Kultur zur Verfügung zu stellen, damit am historischen Ort ein Museum über den Holocaust entstehen kann.
Name
Pamätník pro obetí pracovného a koncentračního tábora Sered
Adresse
Kasárenská ulica
92601 Sered'
Telefon
+421 2 59 34 91 42
Fax
+421 2 59 34 91 45
Web
http://www.muzeum.sk/?obj=muzeum&ix=mzk_snm
E-Mail
mzk@snm.sk
Öffnungszeiten
Das Denkmal ist jederzeit zugänglich.