• Denkmäler Klooga
In Klooga (deutsch auch: Lodensee) befand sich das bekannteste nationalsozialistische Lager auf dem Gebiet Estlands. Drei Denkmäler aus den Jahren 1951, 1994 und 2005 erinnern an die bis zu 2.000 Ermordeten aus dem Jahr 1944.
Bild:Klooga, 1944, Eingang des Lagers auf einem nach dem Einmarsch der Roten Armee entstandenen Bild, Yad Vashem
Klooga, 1944, Eingang des Lagers auf einem nach dem Einmarsch der Roten Armee entstandenen Bild, Yad Vashem

Bild:Klooga, 2004, Das 1994 eingeweihte Denkmal, Stiftung Denkmal
Klooga, 2004, Das 1994 eingeweihte Denkmal, Stiftung Denkmal
In Klooga an der Nordküste Estlands befand sich 1943/44 als Außenkommando des Konzentrationslagers Vaivara ein Zwangsarbeitslager, das insbesondere für die deutsche Marine produzierte. Über 2.200 Männer und Frauen waren dort inhaftiert, die meisten von ihnen Juden. Angesichts der heranrückenden Roten Armee führten deutsche und estnische SS-Einheiten am 19. September 1944 Massenerschießungen durch, wobei sich die Opfer auf vorbereitete Stapel aus Holzscheiten legen mussten. Die SS schaffte es nicht mehr, alle aufgeschichteten Leichen in Brand zu setzen, so dass bei ihrem Einmarsch die Sowjets diese vorfanden. Schätzungen gehen von etwa 2.000 Ermordeten an diesem Tag aus. Nur etwa 100 Häftlingen gelang es, sich rechtzeitig zu verstecken.
Bild:Klooga, 1944, Eingang des Lagers auf einem nach dem Einmarsch der Roten Armee entstandenen Bild, Yad Vashem
Klooga, 1944, Eingang des Lagers auf einem nach dem Einmarsch der Roten Armee entstandenen Bild, Yad Vashem

Bild:Klooga, 2004, Das 1994 eingeweihte Denkmal, Stiftung Denkmal
Klooga, 2004, Das 1994 eingeweihte Denkmal, Stiftung Denkmal
In Klooga kamen 1943/44 über 2.000 Juden, aber auch politische Gefangene, Homosexuelle und sowjetische Kriegsgefangene gewaltsam zu Tode.
Bild:Klooga, 1944, Sowjetische Soldaten sichten die Leichen, Yad Vashem
Klooga, 1944, Sowjetische Soldaten sichten die Leichen, Yad Vashem

Bild:Klooga, 2004, Das 1951 von sowjetischen Behörden errichtete Denkmal für die »Opfer des Faschismus«, Stiftung Denkmal
Klooga, 2004, Das 1951 von sowjetischen Behörden errichtete Denkmal für die »Opfer des Faschismus«, Stiftung Denkmal
Bereits 1951 errichteten die örtlichen sowjetischen Behörden ein Denkmal für die »Opfer des Faschismus«. Am 1. September 1994, drei Jahre nach der Wiedererlangung der staatlichen Unabhängigkeit Estlands, wurde auf Anregung der Jüdischen Gemeinschaft ein weiterer Gedenkstein errichtet, der Juden als Opfer benannte. An dieser Zeremonie nahmen unter anderem die Sprecher der Parlamente Estlands und Israels sowie Überlebende und Angehörige von Opfern teil.
Am 24. Juli 2005 enthüllten der estnische Staatspräsident Arnold Rüütel und der israelische Botschafter in Estland, Schemi Zur, einen Gedenkstein aus Marmor, nachdem der estnische Ministerpräsident Andrus Ansip im Mai desselben Jahres an diesem Ort um Verzeihung für die Beteiligung von Esten am Holocaust gebeten hatte. Im September 2013 wurde der Gedenkort durch eine Freiluftausstellung in estnischer, englischer und russischer Sprache erweitert, die über die historischen Hintergründe informiert.
Am 27. Januar, dem offiziellen Holocaustgedenktag, und am 19. September, dem Tag des Massenmordes 1944, finden jährlich Gedenkfeiern statt.
Bild:Klooga, 2004, Rückseite des 1994 eingeweihten Denkmals mit der Inschrift: »Zur Erinnerung an die in Estland ermordeten Juden«, Stiftung Denkmal
Klooga, 2004, Rückseite des 1994 eingeweihten Denkmals mit der Inschrift: »Zur Erinnerung an die in Estland ermordeten Juden«, Stiftung Denkmal

Bild:Klooga, 2013, Ansicht der Freiluftausstellung, Gennadi Gramberg
Klooga, 2013, Ansicht der Freiluftausstellung, Gennadi Gramberg
Bild:Klooga, 2009, Der 2005 enthüllte Gedenkstein, Juri Linkov
Klooga, 2009, Der 2005 enthüllte Gedenkstein, Juri Linkov
Bild:Klooga, 2013, Ansicht der Freiluftausstellung, Gennadi Gramberg
Klooga, 2013, Ansicht der Freiluftausstellung, Gennadi Gramberg
Bild:Klooga, 2013, Ansicht der Freiluftausstellung, Gennadi Gramberg
Klooga, 2013, Ansicht der Freiluftausstellung, Gennadi Gramberg
Bild:Klooga, 2004, Inschrift auf dem Denkmal von 2004: »In Erinnerung an die ermordeten Juden«, Stiftung Denkmal
Klooga, 2004, Inschrift auf dem Denkmal von 2004: »In Erinnerung an die ermordeten Juden«, Stiftung Denkmal
Name
Mälestusmärk Eestis Mõrvatud Juutide Mälestuseks / Fašismi Ohvrite Mälestusmä
Öffnungszeiten
Das Denkmal ist jederzeit zugänglich.