• Denkmal für die 8.000 Juden von Pinsk
In der Nähe der Stadt Pinsk, beim Dorf Posenitschi (früher: Posenitz) steht ein Gedenkstein für die etwa 8.000 jüdischen Männer aus die Pinsk, die hier ermordet wurden. Das Denkmal wurde nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion errichtet.
Bild:Pinsk, vor 1939, Panorama der Stadt, Tomasz Wiśniewski Collection
Pinsk, vor 1939, Panorama der Stadt, Tomasz Wiśniewski Collection

Bild:Posenitschi, nach 2000, Ein Besucher legt einen Stein am Denkmal nieder, Stiftung Denkmal
Posenitschi, nach 2000, Ein Besucher legt einen Stein am Denkmal nieder, Stiftung Denkmal
Die Stadt Pinsk liegt in der Region Polesien in Weißrussland. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten in der damals polnischen Stadt ungefähr 30.000 Juden, fast 70 Prozent der Bevölkerung. Im September 1939 wurde die Stadt zunächst durch die Sowjetunion besetzt.
Am 4. Juli 1941 eroberte die deutsche Wehrmacht Pinsk. Bald darauf wurde ein Judenrat eingesetzt. Anfang August rückte das SS-Kavallerieregiment 2 unter dem Kommando von Franz Magill ein. Zwischen dem 5. und 8. August 1941 erschossen die Männer des Kavallerieregiments zwischen 4.000 und 8.000 jüdische Männer.
Am 1. Mai 1942 mussten die bis dahin am Leben gebliebenen Pinsker Juden auf Befehl der deutschen Besatzungsverwaltung in ein Ghetto umziehen. Hier lebten bis zu 20.000 Menschen auf engstem Raum. Das Ghetto existierte nur ein halbes Jahr. Zwischen dem 29. Oktober und dem 1. November erschoss der Sicherheitsdienst der SS (SD) auf direkten Befehl von Himmler die etwa 20.000 Juden an bereits ausgehobenen Gruben, etwa zehn Kilometer vom Ghetto entfernt.
Bild:Pinsk, vor 1939, Panorama der Stadt, Tomasz Wiśniewski Collection
Pinsk, vor 1939, Panorama der Stadt, Tomasz Wiśniewski Collection

Bild:Posenitschi, nach 2000, Ein Besucher legt einen Stein am Denkmal nieder, Stiftung Denkmal
Posenitschi, nach 2000, Ein Besucher legt einen Stein am Denkmal nieder, Stiftung Denkmal
Nahezu die gesamte jüdische Bevölkerung von Pinsk fiel den Mordaktionen der SS zum Opfer. Die Zahl der Opfer kann nur geschätzt werden: Vermutlich starben in Pinsk zwischen 16.000 und 26.000 Juden. Einige Schätzungen liegen sogar noch höher. Auch die Opferzahlen der Massenerschießung bei Posenitschi durch das SS-Kavallerieregiment 2 konnten nur ungenau ermittelt werden: Man geht von 4.000, möglicherweise bis zu 8.000 ermordeten jüdischen Männern aus.
Bild:Bei Pinsk, 6. August 1941, Leichen von jüdischen Männern, die tags zuvor von Angehörigen des SS-Kavallerieregiments 2 ermordet wurden, Privatbesitz, Erich Mirek
Bei Pinsk, 6. August 1941, Leichen von jüdischen Männern, die tags zuvor von Angehörigen des SS-Kavallerieregiments 2 ermordet wurden, Privatbesitz, Erich Mirek

Erst nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde in der Nähe der Massenerschießungen ein Denkmal errichtet.
Auf dem Gedenkstein befinden sich zwei unterschiedliche Inschriften. Während die Inschrift in hebräischer und jiddischer Sprache an die 8.000 am 5. August 1941 ermordeten jüdische Männer erinnert, ist in der weißrussischen Inschrift von »26.000 Opfern des Genozids und Kriegsgefangenen« die Rede.
Bild:Posenitschi, August 2004, Der Gedenkstein für die Opfer der deutschen Besatzung, Stiftung Denkmal
Posenitschi, August 2004, Der Gedenkstein für die Opfer der deutschen Besatzung, Stiftung Denkmal

Name
Pamjatnik 8.000 ewrejam Pinska
Telefon
+375 (80)165 324 320
Fax
+375 (80)165 351 602
Web
http://www.pinskjews.org.il
E-Mail
info@pinskjews.org.il
Öffnungszeiten
Das Denkmal ist jederzeit zugänglich.