• Museum des Lagers Fröslee
In Fröslee (dänisch: Frøslev) in unmittelbarer Nähe zur deutschen Grenze erinnert seit 1965 eine Gedenkstätte an das ehemalige »Polizeigefangenenlager Fröslee«. Von hier aus verschleppte die SS in den Jahren 1944/45 viele Mitglieder des dänischen Widerstands in deutsche Konzentrationslager.
Bild:Fröslee, 1944, Blick vom Wachturm auf das Lager, Frøslevlejrens Museum
Fröslee, 1944, Blick vom Wachturm auf das Lager, Frøslevlejrens Museum

Bild:Fröslee, 1997, Luftaufnahme des Lagers Fröslee, Frøslevlejrens Museum
Fröslee, 1997, Luftaufnahme des Lagers Fröslee, Frøslevlejrens Museum
Dänemark war vom 9. April 1940 bis 5. Mai 1945 unter deutscher Besatzung. Die Regierung sah sich gezwungen, mit der deutschen Besatzungsmacht zu kooperieren.
Gleichzeitig entwickelte sich eine Widerstandsbewegung, die ab Frühjahr 1943 zunehmend erstarkte. Die Verbreitung illegaler Schriften sowie Streiks und Sabotageakte führten zu Spannungen zwischen Dänen und Deutschen. Neue Forderungen der Besatzungsbehörden veranlassten die dänische Regierung am 29. August 1943 schließlich zum Rücktritt.
1944 richtete die deutsche Sicherheitspolizei ein »Polizeigefangenenlager« in Fröslee ein, das zunächst für 1.500 Häftlinge konzipiert wurde. Bereits nach kurzer Zeit war das Lager jedoch überfüllt. Aufgrund der Besonderheiten der deutschen Besatzungspolitik in Dänemark waren die Haftbedingungen im Lager Fröslee dennoch verhältnismäßig human. Für die Versorgung der Häftlinge waren nicht die SS, sondern die dänische Justizvollzugsverwaltung zuständig.
Gemäß einer vorherigen Vereinbarung zwischen der dänischen Regierung und der deutschen Besatzungsmacht sollten dänische Häftlinge nicht außer Landes gebracht werde. Die SS hielt sich allerdings nicht an diese Vereinbarung. Von den etwa 12.000 Häftlingen, die das Lager durchliefen, wurden etwa 1.600 in deutsche Konzentrationslager deportiert. 220 von ihnen überlebten nicht.
Bild:Fröslee, 1944, Blick vom Wachturm auf das Lager, Frøslevlejrens Museum
Fröslee, 1944, Blick vom Wachturm auf das Lager, Frøslevlejrens Museum

Bild:Fröslee, 1997, Luftaufnahme des Lagers Fröslee, Frøslevlejrens Museum
Fröslee, 1997, Luftaufnahme des Lagers Fröslee, Frøslevlejrens Museum
Insgesamt etwa 12.000 dänische Staatsangehörige inhaftierte die deutsche Sicherheitspolizei im Lager Fröslee. Ungefähr 1.600 unter ihnen wurden in Konzentrationslager außerhalb Dänemarks verschleppt. 220 aus Fröslee deportierte dänische Widerstandskämpfer starben in deutschen Lagern.
Bild:Fröslee, 1944, Häftlinge bei der Zwangsarbeit im Lager Fröslee, Frøslevlejrens Museum
Fröslee, 1944, Häftlinge bei der Zwangsarbeit im Lager Fröslee, Frøslevlejrens Museum

Unmittelbar nach dem Krieg nutzte die dänische Regierung das Lagergelände als Internierungsstätte für dänische Kollaborateure. Viele von ihnen gehörten der deutschen Minderheit an. Nach 1949 nutzte das dänische Militär das Gelände als Kaserne. 1965 gründeten ehemalige Gefangene des Lagers Fröslee ein kleines Museum auf dem Gelände.
Das heutige Museum ist im ehemaligen Verwaltungsgebäude und in einer der ehemaligen Baracken untergebracht. Beide Gebäude sind im Original erhalten. Schwerpunkte der Ausstellung sind die politischen Hintergründe für die Entstehung des Lagers, der Alltag der Häftlinge dort sowie die Zustände in den deutschen Konzentrationslagern, in die Häftlinge von Fröslee aus deportiert worden sind.
Bild:Fröslee, 2000, Gefangenenzelle im Originalzustand, Frøslevlejrens Museum
Fröslee, 2000, Gefangenenzelle im Originalzustand, Frøslevlejrens Museum

Name
Frøslevlejrens Museum
Adresse
Lejrvej 83
6330 Frøslev
Telefon
+45 (0) 746 765 57
Fax
+45 (0) 746 760 77
Web
http://www.froeslevlejrensmuseum.dk
E-Mail
froeslevlejrensmuseum@mail.tele.dk
Öffnungszeiten
dienstags bis freitags 9.00 bis 16.00,
samstags, sonntags und an Feiertagen 10.00 bis 17.00,
18. Juni bis 10. August: 10.00 bis 17.00 Uhr,
Dezember und Januar geschlossen.
Der Eintritt ist kostenlos.
Angebot
Ausstellung, Bibliothek und Datenbank mit Informationen zu den über 9.000 Häftlingen,
Vorträge überlebender Häftlinge