• Homomonument
Seit 1987 erinnert das Homomonument in Amsterdam an die Opfer der Verfolgung von Homosexuellen weltweit. Das Denkmal erinnert insbesondere an die Opfer der Verfolgung von Homosexuellen in der Zeit des Nationalsozialismus.
Bild:Amsterdam, o.D., Fragment des Denkmals am Wasser, University of Tampa Bay, Florida
Amsterdam, o.D., Fragment des Denkmals am Wasser, University of Tampa Bay, Florida
Unter der Herrschaft der Nationalsozialisten wurden Homosexuelle in Deutschland Kriminellen gleichgesetzt und verfolgt. Nach Kriegsausbruch ergriffen die deutschen Behörden auch in besetzten Ländern Maßnahmen gegen Homosexuelle. Am 31. Juli 1940 erließ der Reichskommissar für die besetzten Niederlande, Arthur Seyß-Inquart, eine »Verordnung zur Bekämpfung der widernatürlichen Unzucht«. Die Verfolgung von Schwulen übernahm die niederländische Polizei. Sie nahm diese Aufgabe jedoch nicht systematisch wahr, worüber sich der Generalkommissar für Verwaltung und Justiz und Höherer SS- und Polizeiführer, Hanns Albin Rauter, mehrmals beklagte.
Die Verfolgung von Schwulen in den besetzten Niederlanden war nie so stark wie im Deutschen Reich, dennoch wurden einige hundert Personen wegen ihrer tatsächlichen oder vermeintlichen Homosexualität verhaftet.
Bild:Amsterdam, o.D., Fragment des Denkmals am Wasser, University of Tampa Bay, Florida
Amsterdam, o.D., Fragment des Denkmals am Wasser, University of Tampa Bay, Florida
Es ist nicht möglich, die Anzahl der Opfer der nationalsozialistischen Homosexuellenverfolgung in den Niederlanden genau zu beziffern. Den verfügbaren Daten zufolge wurden 302 Personen wegen »Unzucht zwischen Männern« oder »Unzucht mit Minderjährigen des gleichen Geschlechts« angeklagt. Von ihnen wurden 178 schuldig gesprochen und 131 zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Einige wurden in psychiatrische Anstalten eingewiesen. Es sind aber auch Fälle bekannt, bei denen Homosexuelle ohne Prozess ins Konzentrationslager geschickt wurden. Wie viele Homosexuelle während der Haft umkamen, ist nicht klar.
Bild:Amsterdam, o.D., Ebene »Vergangenheit«, Stiftung Denkmal
Amsterdam, o.D., Ebene »Vergangenheit«, Stiftung Denkmal

Bild:Amsterdam, 2000, Homomonument, Menne Vellinga
Amsterdam, 2000, Homomonument, Menne Vellinga
Bereits kurz nach dem Krieg gab es Versuche, in Form eines Denkmals der Opfer der Homosexuellenverfolgung während der deutschen Besatzung zu gedenken. Sie blieben jedoch erfolglos - noch in den 1970er Jahren wurden Blumen, die im öffentlichen Raum in Erinnerung an homosexuelle Opfer niederlegt wurden, von der Polizei entfernt. Auch einige diskriminierende Gesetze blieben noch jahrzehntelang in Kraft.
Als Ergebnis der immer stärker werdenden Schwulenbewegung wurde 1979 die »Stiftung Homomonument« gegründet, um die Errichtung eines Denkmals voranzutreiben. Es konnte schließlich 1987 in der Altstadt von Amsterdam eingeweiht werden. Das von der niederländischen Künstlerin Karin Daan entworfene Denkmal besteht aus drei Dreiecken, die an das von homosexuellen KZ-Häftlingen getragene rosa Dreieck erinnern und zusammen ein großes Dreieck bilden. Das Denkmal ist allen Schwulen und Lesben gewidmet, die jemals wegen ihrer sexuellen Orientierung Opfer von Diskriminierung und Gewalt wurden. Die drei Elemente stehen jeweils für die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft.
Bild:Amsterdam, o.D., Das Podest steht für »Zukunft«, Stiftung Denkmal
Amsterdam, o.D., Das Podest steht für »Zukunft«, Stiftung Denkmal

Bild:Amsterdam, o.D., Stufen »Gegenwart«, Stiftung Denkmal
Amsterdam, o.D., Stufen »Gegenwart«, Stiftung Denkmal
Name
Homomonument
Adresse
Keizersgracht Canal, Westermarkt
1016 Amsterdam
Telefon
+31 (0)20 606 07 12
Web
http://www.homomonument.nl
E-Mail
info@pinkpoint.org
Öffnungszeiten
Das Denkmal ist jederzeit zugänglich.
Angebot
Jedes Jahr am 5. Mai, dem Tag der Befreiung, findet am Denkmal eine Zeremonie statt.