• Denkmal für die ermordeten Juden des Ghettos Brest
Seit 1992 erinnert ein Denkmal an die etwa 20.000 ermordeten Juden von Brest (deutsch auch: Brest-Litowsk, polnisch: Brześć nad Bugiem). Der Gedenkstein wurde auf Initiative der örtlichen jüdischen Gemeinde errichtet.
Bild:Brest, Ende Juni 1941, Zerstörtes Kraftwerk, Belaruski dzjarshaŭny muzej gistoryi Wjalikaj Ajtschynnaj Wajny
Brest, Ende Juni 1941, Zerstörtes Kraftwerk, Belaruski dzjarshaŭny muzej gistoryi Wjalikaj Ajtschynnaj Wajny

Bild:Brest, August 2004, Denkmal für die Opfer des Holocaust am Gelände des früheren Ghettos, Stiftung Denkmal
Brest, August 2004, Denkmal für die Opfer des Holocaust am Gelände des früheren Ghettos, Stiftung Denkmal
Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten im damals polnischen Brest am Ufer des Westlichen Bug über 20.000 Juden – ungefähr vierzig Prozent der Gesamtbevölkerung. Am 22. September 1939 marschierte die Rote Armee in die Stadt ein, die deutsche Wehrmacht besetzte Brest am 23. Juni 1941.
Zwischen dem 7. und 13. Juli 1941 fand dort die erste große Mordaktion bereits während der ersten Kriegswochen in Ostpolen (heute: Weißrussland) statt: Das Polizeibataillon 307 nahm 4.000 jüdische Männer fest und brachte sie zu vorbereiteten Gruben. Dort erschossen die deutschen Polizisten die Juden.
Bis Mitte Dezember 1941 errichtete die SS zwei Ghettos, in denen viele Juden an Hunger und Seuchen starben. Die meisten Ghettobewohner wurden zur Zwangsarbeit eingesetzt.
Am 15. Oktober 1942 begann die »Auflösung« der Ghettos: Gendarmerie, die Polizeikompanie Nürnberg, die Schutzpolizeidienstabteilung »Brest-Litowsk« und das Polizeibataillon 310 sowie Angehörige der polnischen Schutzmannschaft ermordeten bis zu 19.000 Juden aus Brest und Umgebung, die im Ghetto interniert waren. Viele wurden bereits vor Ort getötet. Etwa 15.000 Menschen transportierten die Polizisten in Güter- und Viehwaggons zur Vernichtungsstätte Bronnaja Gora, das etwa 110 Kilometer von Brest entfernt liegt. In bereits ausgehobenen Gruben erschossen die Männer der Polizeieinheiten alle Juden aus Brest.
Bild:Brest, Ende Juni 1941, Zerstörtes Kraftwerk, Belaruski dzjarshaŭny muzej gistoryi Wjalikaj Ajtschynnaj Wajny
Brest, Ende Juni 1941, Zerstörtes Kraftwerk, Belaruski dzjarshaŭny muzej gistoryi Wjalikaj Ajtschynnaj Wajny

Bild:Brest, August 2004, Denkmal für die Opfer des Holocaust am Gelände des früheren Ghettos, Stiftung Denkmal
Brest, August 2004, Denkmal für die Opfer des Holocaust am Gelände des früheren Ghettos, Stiftung Denkmal
Die jüdische Gemeinde von Brest zählte vor dem Krieg über 20.000 Mitglieder. Vermutlich fielen alle Juden von Brest den Mordaktionen der deutschen Polizeikompanien und den unmenschlichen Lebensbedingungen im Ghetto zum Opfer. Einige Quellen gehen von über 25.000 Opfern aus.
Bild:Brest, 1942, Juden vor der Deportation aus dem Ghetto, Yad Vashem
Brest, 1942, Juden vor der Deportation aus dem Ghetto, Yad Vashem

Das Denkmal wurde auf Initiative der jüdischen Gemeinde Brest am 50. Jahrestag der Räumung des Ghettos 1992 errichtet. Der Gedenkstein befindet sich auf dem ehemaligen Ghettogelände.
Bild:Brest, um 2004, Gedenktafel für die Holocaustopfer auf dem ehemaligen Ghettogebiet, Ilja Altmann
Brest, um 2004, Gedenktafel für die Holocaustopfer auf dem ehemaligen Ghettogebiet, Ilja Altmann

Name
Pamjatnik pogibschim ewrejam na meste Brestskogo getto
Adresse
ul. Kujbyschewa 126
224016 Brest
Telefon
+375 (80) 296 361 750
Öffnungszeiten
Das Denkmal ist jederzeit zugänglich.