• Falstad-Zentrum - Gedenkstätte und Menschenrechtszentrum
Ab Oktober 1941 diente die ehemalige Sonderschule für straffällig gewordene Jugendliche als SS-Strafgefangenenlager Falstad. Das Lager war vor allem Durchgangslager, in dem Häftlinge vor ihrer Deportation in deutsche Konzentrationslager festgehalten wurden. Im Lager wurden aber auch Juden interniert, die später in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert wurden.
Seit 1995 erinnert auf dem ehemaligen Lagergelände ein Museum an das Lager Falstad.
Bild:Falstad,  vermutlich nach dem 7. Mai 1945, Ansicht des SS-Strafgefangenlagers, Falstadsenteret
Falstad, vermutlich nach dem 7. Mai 1945, Ansicht des SS-Strafgefangenlagers, Falstadsenteret

Bild:Falstad, 2002, Hauptgebäude des ehemaligen SS-Strafgefangenenlagers, Falstadsenteret
Falstad, 2002, Hauptgebäude des ehemaligen SS-Strafgefangenenlagers, Falstadsenteret
Im Oktober 1941 richtete der Kommandeur der Sicherheitspolizei in einem zuvor als Sonderschule für straffällig gewordene Jugendliche genutzten Gebäude das SS-Strafgefangenenlager Falstad ein. Im Mai 1942 wurde SS-Hauptscharführer Paul Gogol Lagerkommandant. Ehemalige Häftlinge berichten von einer Brutalisierung der Haftbedingungen unter Gogol. Ab August 1942 existierte auch eine Frauenabteilung im Lager.
Falstad wurde hauptsächlich als Durchgangslager genutzt. Die anschließenden Deportationen der Häftlinge in deutsche Konzentrationslager wurden häufig über das SS-Polizeihaftlager Grini abgewickelt. Insgesamt 5.000 Gefangene aus 13 Ländern sind während der Besatzungszeit registriert worden. Darunter waren auch 49 Juden aus Norwegen, 48 von ihnen wurden später über Oslo in das Lagerkomplex Auschwitz deportiert. Nur sechs von ihnen überlebten.
Mindestens 230 Häftlinge, darunter sowjetische und jugoslawische Kriegsgefangene sowie norwegische Regimegegner wurden im nahe gelegenen Wald erschossen.
Bild:Falstad,  vermutlich nach dem 7. Mai 1945, Ansicht des SS-Strafgefangenlagers, Falstadsenteret
Falstad, vermutlich nach dem 7. Mai 1945, Ansicht des SS-Strafgefangenlagers, Falstadsenteret

Bild:Falstad, 2002, Hauptgebäude des ehemaligen SS-Strafgefangenenlagers, Falstadsenteret
Falstad, 2002, Hauptgebäude des ehemaligen SS-Strafgefangenenlagers, Falstadsenteret
Insgesamt etwa 5.000 Gefangene durchliefen das Lager Falstad. Die größten Gruppen bildeten norwegische Regimegegner, sowjetische und jugoslawische Kriegsgefangene, Häftlinge aus Polen sowie Juden.
Vermutlich 230 Menschen sind im nahe gelegenen Wald erschossen worden. 42 Juden, die bis zu ihrer Deportation im Februar 1943 in Falstad gefangen waren, sind im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet wurden.
Bild:Falstad, zwischen 1941 und 1944, Sowjetische Kriegsgefangene im Lager, Falstadsenteret
Falstad, zwischen 1941 und 1944, Sowjetische Kriegsgefangene im Lager, Falstadsenteret

Bild:Falstad, 2007, Blick in die Ausstellung im Falstad-Zentrum, Falstadsenteret, Trond Risto Nilssen
Falstad, 2007, Blick in die Ausstellung im Falstad-Zentrum, Falstadsenteret, Trond Risto Nilssen
Bereits 1947 wurde eine Skulptur zum Gedenken an die im nahen Wald erschossenen Gefangenen eingeweiht.
In den Jahren 1945 bis 1949 wurde das Lagergelände als Gefängnis für norwegische Kollaborateure genutzt. Später, bis 1990, war im Hauptgebäude wieder eine Schule untergebracht. 1995 wurde auf dem Gelände das Falstad-Museum eröffnet. Das im Jahr 2000 unter Mitwirkung verschiedener Gruppen, unter anderem der jüdischen Gemeinde Trondheim, als Stiftung gegründete »Falstad-Zentrum – Gedenkstätte und Menschenrechtszentrum« nahm 2005 in den renovierten historischen Gebäuden seine Arbeit auf. 2006 konnte eine neue Dauerausstellung eröffnet werden.
Bild:Falstad, 2007, Blick in die Ausstellung im Falstad-Zentrum, Falstadsenteret, Trond Risto Nilssen
Falstad, 2007, Blick in die Ausstellung im Falstad-Zentrum, Falstadsenteret, Trond Risto Nilssen
Name
Falstadsenteret - Minnested og senter for menneskerettigheter
Adresse
k.A.
Falstad
Telefon
+47 (0) 740 280 40
Fax
+47 (0) 740 280 41
Web
http://www.falstadsenteret.no
E-Mail
post@falstadsenteret.no
Öffnungszeiten
dienstags bis freitags 12.00 bis 16.00, sonntags 13.00 bis 17.00
1. Juni bis 31. Juli samstags 13.00 bis 17.00
Angebot
Ausstellung, Archiv mit Angaben über die Gefangenen und Bibliothek, Projektangebote zu Menschenrechtsbildung