• Gedenkstein Internierungslager Berg
Im Oktober 1942 errichteten norwegische Sicherheitskräfte auf Initiative des mit den deutschen Besatzern kollaborierenden Regierungschefs Vidkun Quisling das Internierungslager Berg. Die ersten Häftlinge waren 320 Juden, von denen bis auf fünfzig alle deportiert wurden.
Auf dem Gelände, wo sich heute ein Gefängnis befindet, erinnert ein Gedenkstein an die Opfer und die Häftlinge des ehemaligen Lagers.
Bild:Berg, vermutlich 1944, Internierungslager mit der Kommandantenvilla »Weißes Haus« im Hintergrund, Norges Hjemmefrontmuseum
Berg, vermutlich 1944, Internierungslager mit der Kommandantenvilla »Weißes Haus« im Hintergrund, Norges Hjemmefrontmuseum

Bild:Berg, 2004, Gedenkstein auf dem ehemaligen Lagergelände, Bjarte Bruland
Berg, 2004, Gedenkstein auf dem ehemaligen Lagergelände, Bjarte Bruland
Im Oktober 1942 wurde auf Initiative des Chefs der norwegischen Kollaborationsregierung Vidkun Quisling die Einrichtung des Internierungslagers Berg für politische Gegner beschlossen. Die Wachmannschaften und ihr Leiter Elvind Wallestad gehörten der paramilitärischen Organisation »Hird« der Quislingpartei »Nasjonal Samling« an. Hinzu kamen einige frühere SS-Freiwillige. Das Internierungslager unterstand dem norwegischen Polizeiministerium. Damit war das Internierungslager Berg das einzige Gefangenenlager während der Zeit der deutschen Besatzung, das ausschließlich von norwegischen Organen betrieben wurde.
Die ersten Häftlinge im Lager waren Juden; Ende November 1942 waren 320 inhaftiert. Bis auf 50 Personen aus so genannten Mischehen wurden später alle nach Auschwitz deportiert.
Neben Juden waren vor allem politische Gegner des Quisling-Regimes Gefangene im Lager. Die Häftlinge mussten Zwangsarbeit leisten. Die Haftbedingungen verschlechterten sich im Laufe der Zeit zusehends. Gegen Ende des Krieges waren bis zu 500 Gefangene vor Ort.
Bild:Berg, vermutlich 1944, Internierungslager mit der Kommandantenvilla »Weißes Haus« im Hintergrund, Norges Hjemmefrontmuseum
Berg, vermutlich 1944, Internierungslager mit der Kommandantenvilla »Weißes Haus« im Hintergrund, Norges Hjemmefrontmuseum

Bild:Berg, 2004, Gedenkstein auf dem ehemaligen Lagergelände, Bjarte Bruland
Berg, 2004, Gedenkstein auf dem ehemaligen Lagergelände, Bjarte Bruland
Insgesamt etwa 1.200 Häftlinge durchliefen das Internierungslager Berg, die meisten von ihnen Regimegegner. Von den etwa 280 Juden, die von hier aus in deutsche Konzentrationslager deportiert wurden, überlebten nur sieben.
Bild:Berg, vermutlich 1944, Appell, im Hintergrund die »Jüdische Baracke«, Norges Hjemmefrontmuseum
Berg, vermutlich 1944, Appell, im Hintergrund die »Jüdische Baracke«, Norges Hjemmefrontmuseum

Das Gelände des ehemaligen Internierungslagers Berg wird heute von einer Einrichtung des offenen Vollzugs genutzt. Von den ursprünglichen Gebäuden sind nur der Küchenkeller und ein Teil der alten Latrinenbaracke erhalten.
Heute erinnert ein Gedenkstein an das Internierungslager. Die jüdischen Häftlinge werden nicht ausdrücklich erwähnt.
Bild:Berg, 2004, Zellen in den Küchenkellern, Bjarte Bruland
Berg, 2004, Zellen in den Küchenkellern, Bjarte Bruland

Name
Minnesmerket Berg Interneringsleir
Adresse
Berg fengsel, Søndre Berg 30
3125 Tønsberg
Web
http://www.festningsverk.no/berg.htm
E-Mail
postmottak.bergfengsel@kriminalomsorgen.no
Öffnungszeiten
Der Gedenkstein befindet sich auf dem heutigen Gefängnisgelände und ist daher nur schwer zugänglich.
Angebot
Gedenkstein