• Denkmal für die ermordeten Juden von Shitomir
Im Juli 1941 besetzte die deutsche Wehrmacht Shitomir. Kurz darauf begannen deutsche Einheiten aus SS und Wehrmacht damit, Juden zu terrorisieren und in mehreren »Aktionen« zu erschießen. 2001 wurde ein Denkmal für die ermordeten Juden von Shitomir eingeweiht.
Bild:Shitomir, o.D., Historische Ortsansicht von Schytomyr, Tomasz Wiśniewski
Shitomir, o.D., Historische Ortsansicht von Schytomyr, Tomasz Wiśniewski

Bild:Shitomir, 2010, Denkmal im Wald, Sergey Reent
Shitomir, 2010, Denkmal im Wald, Sergey Reent
Shitomir, eine Stadt im Norden der Ukraine, ist einer der ältesten slawischen Ansiedlungen und wurde vermutlich im 9. Jahrhundert gegründet. Juden lebten hier seit dem späten 18. Jahrhundert. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten in Shitomir etwa 30.000 Juden, sie machten damit etwas mehr als ein Drittel der Gesamtbevölkerung der Stadt aus. Damit war Shitomir ein wichtiges Zentrum der jüdischen Kultur.
Als die deutsche Wehrmacht am 9. Juli 1941 in Shitomir einmarschierte, waren bereits viele Juden geflohen. Zusammen mit der Wehrmacht traf ein Vorauskommando des SS-Sonderkommandos 4a in Shitomir ein. Sofort begannen die SS-Einheiten damit, jüdische Männer zu erschießen. Im August 1941 verhaftete das von Paul Blobel befehligte Sonderkommando 4a zwei jüdische Gerichtsmitarbeiter. Ihnen wurde vorgeworfen, vor der deutschen Besatzung mit dem sowjetischen NKWD zusammengearbeitet zu haben und für den gewaltsamen Tod von 1.300 Ukrainern verantwortlich zu sein. Die Hinrichtung der beiden Männer inszenierte die SS als Spektakel auf dem Marktplatz von Shitomir: Hunderte Zivilisten und Wehrmachtssoldaten verfolgten, wie sie erhängt wurden. Später am Tag erschoss das Sonderkommando 4a außerhalb von Shitomir weitere Juden, die ebenfalls verhaftet worden waren. Die überlebenden Juden mussten in ein Ghetto umziehen. Da das Gebiet um Shitomir für die Ansiedlung von Deutschen vorgesehen war, drängte die nationalsozialistische Führung darauf, das Gebiet von Juden »säubern«: Am 19. September wurde das Ghetto in Shitomir aufgelöst und Einheiten der SS erschossen, unterstützt von der Wehrmacht, mehr als 3.100 Juden an Gruben außerhalb der Stadt.
Bild:Shitomir, o.D., Historische Ortsansicht von Schytomyr, Tomasz Wiśniewski
Shitomir, o.D., Historische Ortsansicht von Schytomyr, Tomasz Wiśniewski

Bild:Shitomir, 2010, Denkmal im Wald, Sergey Reent
Shitomir, 2010, Denkmal im Wald, Sergey Reent
Insgesamt mehr als 5.000 Juden aus Shitomir wurden 1941 von Angehörigen der SS-Einsatzgruppen bei mehreren »Aktionen« erschossen.
Bild:Shitomir, August 1941, Deutsche Soldaten bewachen jüdische Männer vor ihrer Erschießung, Yad Vashem
Shitomir, August 1941, Deutsche Soldaten bewachen jüdische Männer vor ihrer Erschießung, Yad Vashem

Bild:Shitomir, Oktober 2001, Die Einweihung des Denkmals für die ermordeten Juden von Shitomir, Jüdische Gemeinde Shitomir
Shitomir, Oktober 2001, Die Einweihung des Denkmals für die ermordeten Juden von Shitomir, Jüdische Gemeinde Shitomir
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs ließen sich wieder Juden in Shitomir nieder, viele kehrten aus dem Exil zurück. 1959 lebten mindestens 14.000 Juden in der ukrainischen Großstadt. Nach der Wende Anfang der 1990er Jahre wanderten viele Juden aus Shitomir nach Israel oder nach Deutschland aus. Heute leben noch etwa 5.000 Juden dort. An die Opfer der Erschießungsaktionen 1941 erinnern mehrere Denkmäler. Ein Denkmal befindet sich am Prospekt Mira am Eingang in ein Waldstück. Tiefer im Wald befindet sich ein neueres Denkmal. Einen weiteren Gedenkstein errichtete die jüdische Gemeinde in der Nähe der Denkmäler 2001.
Bild:Shitomir, 2010, Denkmal am Eingang zum Wald, Sergey Reent
Shitomir, 2010, Denkmal am Eingang zum Wald, Sergey Reent

Bild:Shitomir, 2010, Denkmal im Wald, Sergey Reent
Shitomir, 2010, Denkmal im Wald, Sergey Reent
Name
Pamjatnyk jewrejam zahyblym u Schytomyri
Öffnungszeiten
Die Denkmäler sind jederzeit zugänglich.