• Maximilian-Kolbe-Museum für die Opfer des Faschismus
Im Jahr 1993 richteten Mitglieder der »Vereinigung der ehemaligen minderjährigen Häftlinge der Konzentrationslager in Deutschland« in Petrosawodsk ein Museum ein, das das Schicksal der Häftlinge in deutschen Konzentrationslagern zeigt.
Bild:Petrosawodsk, 2005, Dauerausstellung des Maximilian-Kolbe-Museums, Vadim Misko
Petrosawodsk, 2005, Dauerausstellung des Maximilian-Kolbe-Museums, Vadim Misko
Die Stadt Petrosawodsk in der damaligen sowjetischen Teilrepublik Karelien war von Oktober 1941 bis Juni 1944 von finnischen Truppen besetzt, die mit der deutschen Wehrmacht im Krieg gegen die Sowjetunion zusammenarbeiteten. Während dieser Zeit übergaben die finnischen Behörden mindestens 2.600 sowjetische Kriegsgefangene an den SS-Sicherheitsdienst und die Gestapo. Unter diesen Gefangenen waren etwa siebzig Juden. Über ihr Schicksal ist fast nichts bekannt.
Auch der damals 16-jährige Wadim Misko wurde nach Deutschland deportiert und überlebte verschiedene Konzentrationslager. Nach dem Krieg rief er die »Vereinigung der ehemaligen minderjährigen Häftlinge der Konzentrationslager in Deutschland« ins Leben.
Bild:Petrosawodsk, 2005, Dauerausstellung des Maximilian-Kolbe-Museums, Vadim Misko
Petrosawodsk, 2005, Dauerausstellung des Maximilian-Kolbe-Museums, Vadim Misko
Das Museum ist den minderjährigen Häftlingen in den Konzentrationslagern des »Dritten Reiches« gewidmet - vor allem denen, die als Jugendliche aus der Sowjetunion deportiert worden waren.
Das 1993 gegründete Museum dokumentiert kurz die Geschichte seines Namensgebers Maximilian Kolbe. Der polnische Franziskanerpater wurde 1941 verhaftet und in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Als ein Mithäftling, der eine Familie hatte, in einer Vergeltungsaktion ermordet werden sollte, trat Kolbe an dessen Stelle und wurde wenig später durch eine Phenolinjektion getötet. Papst Johannes Paul II. sprach Kolbe 1982 heilig. Mit seiner sonstigen Ausstellung gilt die Einrichtung als erstes Holocaustmuseum auf dem Gebiet der Russischen Föderation.
Bild:Petrosawodsk, 2005, wadim Misko mit der Auszeichnug, die das Museum 2004 erhielt, Maxim Efimow
Petrosawodsk, 2005, wadim Misko mit der Auszeichnug, die das Museum 2004 erhielt, Maxim Efimow

Name
Musej pamjati shertwam faschisma imeni Maksemiliana Kolbe
Adresse
ul. Rigatschina 20-A
185005 Petrosawodsk
Telefon
+7 814 251 906 2
Öffnungszeiten
Täglich
Angebot
Dauerausstellung, Bibliothek, Videothek, Veranstaltungen